Porta Hebraica
Erschließung und Präsentation
einer bedeutenden Hebraica-Sammlung
mit modernen Technologien der Informatik
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Geschichte der BSB- Hebraica-Sammlung

Im 20. Jahrhundert wurden die Hebraica-Bestände auch durch Schenkungen, unter anderem jüdischer Sammler, ergänzt. Die Witwe des verstorbenen Rabbiner und Bibliographen Joseph Prijs schenkte 1955 der Bibliothek dessen Sammlung, die wertvolle jiddische und hebräische Drucke aus Fürth und Sulzbach enthielt. Prijs war bis 1921 Rabbiner und Lehrer in Breslau, ab 1927 Lektor für Hebräisch an der Universität München. 1933, als die Nazis an die Macht kamen, ging er in die Schweiz und widmete sich der Erforschung und Erfassung der Hebraica-Sammlungen in der Baseler Universitätsbibliothek.
Die Judaica-Sammlung überstand die Zeit des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg unversehrt. Allein die Bibelsammlung, die separat untergebracht war, wurde bei einem Bombenangriff vernichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Lücken auf dem Gebiet der neuhebräischen Literatur des 19. und des 20. Jahrhunderts und der jiddischen Literatur des Ostjudentums durch systematische Erwerbungen geschlossen.

Einer der bekanntesten Judaisten, der Anfang der 20er Jahren in der Bayerischen Staatsbibliothek gearbeitet hat, war Gershom Scholem. In der hebräischen Fassung seiner Jugenderinnerungen »Von Berlin nach Jerusalem« schrieb er ausführlicher als in der ursprünglich erschienenen deutschen Ausgabe: “Die meiste Zeit saß ich freilich in der Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek, wo hebräische Codices und Druckwerke meinen Tisch schmücken. Die Arbeitsbedingungen im Lesesaal waren bequem und die Bibliothekare (damals waren es nur drei!) entgegenkommend und liberal. Die Bibliothek war arm an Judaica aus den letzten Generationen, aber reich an kostbaren hebräischen Drucken des 16. und des 17. Jahrhunderts, darunter viele Werke der Kabbalah.”



 

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